Hintergrund

Die Lieder der deutschen Arbeiterbewegung

Lieder der deutschen Arbeiterbewegung entstehen seit dem 19. Jahrhundert bis in die heutige Zeit hinein. Sie werden bei Aktionen und in Organisationen der Arbeiterbewegung und ihr naher Bewegungen gesungen. Sie drücken zum einen Benachteiligung und Unterdrückung lohnabhängig Beschäftigter aus, zum anderen aber auch Gegenwehr, Kampfeswillen und Zukunftsgewissheit. Auch Satire, Spott oder Trauer werden darin ausgedrückt.

Die Lieder der deutschen Arbeiterbewegung nehmen im gesamten deutschen Liedgut eine besondere Stellung ein. Ihre Darbietung wurde von der UNESCO daher als eigenständiges immaterielles Kulturerbe Deutschlands anerkannt.

Die Lieder weisen einen positiven Bezug zur grenzüberschreitenden Solidarität und zum Streben nach Frieden zwischen den Völkern auf. Viele sind Übersetzungen aus anderen Sprachen oder wurden ihrerseits in andere Sprachen übersetzt. Damit standen und stehen sie in einem engen Zusammenhang mit anderen Kunstformen wie dem Chanson, dem Theater, dem Film und dem Chorgesang. Bis heute sind sie eng mit Aktionen der Arbeiterbewegung verbunden und entstehen bei Streiks und anderen Auseinandersetzungen noch immer neu.

Das Forum Arbeit – Lied – Bewegung

Das Forum Arbeit – Lied – Bewegung setzt sich auf vielfältige Weise mit den Liedern der Arbeiterbewegung auseinander. Zum einen knüpft es an die UNESCO-Anerkennung an, zum anderen beschäftigt es sich mit der Rolle dieses Erbes im aktuellen Wandel. Gerade für das Ruhrgebiet stehen große Veränderungen an, denn nach dem Ende von Kohle und Stahl stellt sich auch für die Ruhrfestspiele – die ja „auf Kohle geboren“ sind – die Frage: Wo schlägt das Herz des Reviers?

Die Ruhrfestspiele veranstalten dieses Forum 2018 in der Hoffnung, dass dieses Erbe im aktuellen Wandel in den Organisationen der Arbeiterbewegung, insbesondere den Gewerkschaften, wieder stärker verankert wird. Das Forum wird daher nicht nur thematisieren, wie diese Liedkultur bewahrt, fortgeführt und weiterentwickelt werden kann, sondern auch, wie wir mit dem industriellen Erbe umgehen.

Hierin besteht ein großer Anteil des Programms dieses Forums.